Die Stühle EA 107 / EA 108 sind das Resultat eines Auftrags, den Charles und Ray Eames Mitte der 1950er Jahre von ihrem langjährigen Freund, dem Architekten Eero Saarinen, erhielten. Dieser suchte nach einem hochwertigen Stuhl für den Außenbereich des Privathauses von Herman Miller, das er in Zusammenarbeit mit Alexander Girard entworfen hatte. Charles und Ray Eames stellten nach einer längeren Entwicklungsphase den ersten Prototypen ihrer Aluminium Chairs vor, die als ganze Serie konzipiert waren und aus der sich schließlich der Vitra EA 108 entwickelte. Die Stühle der Aluminium Group basieren dabei alle auf ein und demselben Prinzip: Sitz und Lehne bilden zwei aus Aluminium gegossene Seitenteile, welche zwischen die Textil- oder Lederbahnen gespannt werden. Der "Bezug" ist also keine Umhüllung, sondern ein tragender Teil der Konstruktion. Die Form der Seitenteile orientiert sich wiederum an der der menschlichen Wirbelsäule, sodass sich der Eames EA 108 der Körperform des Sitzenden optimal anpasst. Der Vitra Alu Chair EA 108 verfügt über eine mittelhohe Rückenlehne und Armlehnen und ist im Gegensatz zum äußerlich identischen Vitra EA 107 drehbar. Die Alu Chairs EA 108 und EA 107 eignen sich vor allem als elegante und repräsentative Konferenzstühle, nicht zuletzt wegen des Farbspektrums der Bezüge aus Hopsak und Leder fügen sie sich jedoch auch gut in Wohnräume ein.
Herstellung
Die Geschichte Vitras als Designermöbelhersteller begann mit einem Eames Plastic Chair bereits in den 1950er Jahren und auch die Lizenzen für die Eames Stühle EA 108 und EA 107 wurden schon früh von dem Schweizer Möbelhersteller Vitra erworben. Getreu der Designphilosophie von Ray und Charles Eames zeichnen sich die hochwertigen Vitra Aluminium Chairs durch eine zeitlose Ästhetik und langlebige Qualität aus. Vitra steht mit einer dreißigjährigen Garantie auf alle Stühle der Vitra Aluminium Group für die Hochwertigkeit dieser Designerstühle. Die Seitenprofile, Spannbügel, Armlehnen und Füße der Alu Chairs werden aus Aluminiumdruckguss gefertigt, bei dem zwischen einer polierten und einer verchromten Version gewählt werden kann. Die aktuellen Bezugstoffe weichen von den ursprünglichen Entwürfen ab. Während die Eames noch die witterungsbeständigen Kunstleder "Koroseal" oder "Naugahyde" verwendeten, kann heute beim Bezug von Vitras EA 108 zwischen dem Stoff Hopsak und echtem Leder gewählt werden.

Etikett an der Rückenlehne des original Eames Alu Chairs von Vitra
Zeitgeschehen
Der anhaltende Erfolg von Charles und Ray Eames ist zu einem Großteil der Sensibilität zu verdanken, mit der die Eames in ihren Arbeiten auf die Entwicklungen der amerikanischen Nachkriegszeit reagierten. Während dieser Zeit wurden die Bedürfnisse der Menschen durch das Aufkommen von Popkultur und durch den rasanten technischen Fortschritt neu definiert. Das Leben sollte flexibler gestaltet werden und Konsumgüter für breite Bevölkerungsschichten verfügbar sein. Charles und Ray Eames suchten nach funktionalen, sachlichen Formen und nach Herstellungsverfahren, mit denen man auf diese Bedürfnisse reagieren konnte. Sie entschieden sich bei ihren populärsten Designs für die innovativen Materialien Kunststoff und Aluminium, die sich für die Massenproduktion eigneten und eine ganz neue Formbarkeit ermöglichten. Zudem basieren sowohl die Plastic Chairs als auch die Stühle der Aluminium Group auf der Grundidee einer Serie. Die Aluminium Group umfasst neben dem Eames EA 108 und dem EA 107 beispielsweise auch die Drehstühle auf Rollen EA 117 und EA 119.

Auswahl von Vitra Möbeln vor dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein

Vitra EA 108
Designer
Charles und Ray Eames zählen zu den wichtigsten Akteuren des amerikanischen Nachkriegsdesigns und weltweit einflussreichsten Designern. 1940 trafen sich die beiden zum ersten Mal an der Cranbrook Academy of Arts bei den Vorbereitungen zum Wettbewerb "Organic Design in Home Furnishings", der vom MoMA New York ausgerichtet wurde. Ray Kaiser assistierte damals Charles Eames und seinem Freund Eero Saarinen, der den beiden 18 Jahre später den Auftrag für die Alu Chairs geben sollte. Ein Jahr nach ihrem Kennenlernen heirateten Ray und Charles Eames und arbeiteten fortan gemeinsam in ihrem Studio in Los Angeles. Rays Rolle wurde bei dieser Zusammenarbeit über Jahre unterschätzt; das mediale Interesse galt viel mehr Charles Eames. Doch ist unbestritten, dass Ray Eames mit ihren Kenntnissen aus ihrem Malereistudium wesentlich zur Gestalt der Eames'schen Entwürfe beitrug. Charles und Ray Eames schufen bis in die siebziger Jahre Designermöbel, Filme, Bauten, Grafiken, Textilien und Spielsachen. Nach dem Tod ihres Mannes am 21. August 1978 schloss Ray Eames das Eames Studio. Sie starb zehn Jahre später.

Ray und Charles Eames
Hersteller
Als einziger Lizenzinhaber der Eames Chairs in Europa stellt Vitra die Eames Alu Chairs wie den EA 108 her. Begonnen hat die Verbindung Vitras mit den Eames 1953, als die Inhaber der Ladenbaufirma Vitra aus Birsfelden, Schweiz, Willi und Erika Fehlbaum auf einer Reise in die USA einen Eames Stuhl in einem New Yorker Schaufenster entdeckten. Ihre spontane Begeisterung sollte bald zu Verhandlungen mit dem amerikanischen Hersteller der Eames Möbel, Herman Miller, führen und drei Jahre später erfolgreich sein. Zwischen Vitra und Charles und Ray Eames entwickelte sich schließlich so eine enge Zusammenarbeit, dass das Erbe der Eames in die Hände Vitras ging und nicht etwa in den USA bei Herman Miller blieb. Aber auch andere Designer prägten das Portfolio Vitras in den letzten Jahrzehnten maßgeblich. Angefangen bei den berühmten Panton Chairs über die Designs von George Nelson und Jean Prouvé bis hin zu modernen Arbeiten wie denen von Hella Jongerius und Marten van Severen steht Vitra für hochwertige, aber zugängliche Designklassiker und -innovationen.